MdB Breil zu Besuch bei WACKER: v.l.n.r.: Dr.Müller, stv.Kreisvorsitzender; Kammergruber, Kreisvorsitzender; MdB Breil; Sextl, WACKER Leiter Lagerlogistik; Dr.Kleine, WACKER Werksleiter
Artikel des Alt-/Neuöttinger Anzeigers vom 20.2.2010:
Altötting.Zwei Themen bestimmten das Redaktionsgespräch mit MdB Klaus Breil (FDP) am späten Donnerstagnachmittag: die Verkehrsinfrastruktur und die Energieversorgung des Chemiedreiecks. Breil stammt aus dem Landkreis Weilheim-Schongau und ist Betreuungsabgeordneter seiner Partei für den Landkreis Altötting. In der FDP-Landesgruppe ist der 64-jährige ehemalige Anlageberater energiepolitischer Sprecher. Aus diesem Grund interessierte er sich auch für das geplante Gas-Kombikraftwerk in Haiming und betonte: „Die Zukunft der Energieversorgung ist in dezentralen Einheiten zu sehen“, wenngleich Gaskraftwerke nur Übergangslösungen seien, die aber schnell realisiert werden könnten. „Ich begrüße das aus liberaler Sicht“, so Breil. Zur umstrittenen 380-kV-Leitung erklärte er: „Da muss man sehr sensibel sein und die Belange der Bürger im Auge behalten.“ Zu den Themen Kernenergie und Betriebsdauer der deutschen Atommeiler erklärte Breil, von dieser „Brückentechnologie“ könne man erst lassen, wenn durch belastbare Zahlen belegbar sei, dass sie durch andere Energieformen zu ersetzen ist: „Diesen Beweis kann momentan keiner antreten.“ Die Aussage von Bundeswirtschaftsminister Brüderle, die Laufzeiten um 15 bis 18 Jahre zu verlängern, sei in der FDP Konsens und decke sich seiner Erfahrung nach auch mit der Meinung, die in der chemischen Industrie vorherrsche. Die Verkehrsproblematik des bayerischen Chemiedreiecks sei ihm bekannt - nicht zuletzt durch Besuche bei Freunden in Mühldorf. Die Autobahn sei auf dem Weg, in absehbarer Zeit sei mit der Fertigstellung bis München zu rechnen. Der Bahnausbau gestalte sich etwas weniger erfreulich, was ihm Wacker-Werkleiter Dr. Willi Kleine bei einer Betriebsbesichtigung auch deutlich vor Augen geführt habe. „Hier gibt es noch einiges nachzujustieren“, sagte Breil auch mit Blick auf das Bundesverkehrsministerium. Hilfreich sei, dass Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil um die Notwendigkeit des Ausbaus wisse. Er, Breil, werde durch Sitz und Stimme im Wirtschaftsausschuss und bei der Bundesnetzagentur seinen Beitrag für eine zeitnahe Realisierung leisten: „Hier geht es um die Wirtschaft ganz Bayerns.“ - ecs